Tipps für Eltern

Wohin soll ich mein Kind schicken?

In Zeiten knapper Ausbildungsplätze und hoher Arbeitslosigkeit ist es für Eltern natürlich besonders wichtig, dass ihr Kind einen guten, möglichst hohen Schulabschluss bekommt. Trotzdem muss sehr sorgfältig überlegt werden, wohin die Tochter oder der Sohn nach der 4. Klasse gehen soll, denn allein die Tatsache auf einer Realschule oder einem Gymnasium zu sein, ist noch lange nicht gleichbedeutend mit einem entsprechenden Abschluss.

Einige Vorurteile gegenüber der Hauptschule:

Die Hauptschule ist eine Restschule
Diese Aussage wird gern und oft angeführt, stimmt aber so nicht. Natürlich gehen die Kinder, die kein Gymnasium und keine Realschule besuchen zum größten Teil auf die Hauptschule, aber deshalb sind sie noch lange nicht, im negativen Sinne, der "Rest". Im Gegenteil: Sie haben sehr viel mehr Gelegenheit als Schüler anderer Schulformen, Berufe kennen zu lernen, Kontakte mit Handwerkern und Industriebetrieben zu knüpfen und so zu zeigen, was sie können. Denn oft haben Hauptschüler und -schülerinnen einen großen Vorteil: Viele von ihnen sind handwerklich sehr geschickt und arbeiten gerne praktisch. Kommen Kompetenzen wie Höflichkeit, Fleiß, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit hinzu, werden diese Jugendlichen nach wie vor gerne von Betrieben genommen.

An der Hauptschule lernt man nichts
Diese Aussage stimmt so überhaupt nicht. An der Hauptschule wird im wesentlichen das Gleiche gelernt, nur wird der Stoff anders, d. h. oft langsamer, in kleineren Einheiten und mit mehr Unterstützung des Lehrers vermittelt.

Ein Hauptschulabschluss ist nichts wert
Ein Hauptschulabschluss (nach der 9. Klasse) oder der Sekundarabschluss I - Hauptschulabschluss (nach der 10. Klasse) ist die Voraussetzung für das Erlernen vieler Berufe. Schüler ohne Abschluss finden keine Lehrstelle - mit Abschluss sieht das ganz anders aus. Und was viele nicht wissen: Macht man nach dem Hauptschulabschluss eine Lehre und beendet diese erfolgreich (z.B. Gesellenprüfung) hat man die gleichen Berechtigungen wie mit einem Realschulabschluss. Außerdem gibt es immer wieder ehemalige Hauptschüler, die über den zweiten Bildungsweg oder über eine anschließende schulische Laufbahn das Abitur machen und studieren. Und wer will behaupten, dass ein Meisterbrief, den man als Geselle erwirbt nichts wert ist? Viele ehemalige Hauptschüler wählen diesen Weg der beruflichen Qualifikation, sind gesellschaftlich anerkannt und nicht selten Arbeitgeber und Unternehmer. Übrigens: Der Meisterbrief berechtigt in Niedersachsen genauso wie das Abitur zur Aufnahme eines Studiums!

An der Hauptschule gibt es viel Gewalt
Gewalt an Schulen ist ein trauriges Kapitel, aber leider an allen Schulformen, selbst schon in der Grundschule. Deshalb machen sich viele Schulen, so auch die Schule im Innerstetal, Gedanken darüber, wie man gegen Gewalt vorgehen kann. Dazu haben wir Konfliktschlichter/innen ausgebildet, die versuchen Konflikte auf friedlichem Wege zu lösen und Kindern Möglichkeiten aufzeigen, Streitigkeiten im Gespräch zu klären. Wir arbeiten intensiv im Bereich der Prävention und werden von unserem Sozialarbeiter unterstützt, der die gesamte Woche in der Schule präsent ist. Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Haupt- oder die Realschule die geeignete Schulform für Ihren Sohn oder Ihre Tochter ist, so sprechen Sie uns an. Für viele Kinder ist der Besuch der Hauptschule der bessere Weg zum erwünschten Abschluss, da sie hier Erfolgserlebnisse haben und mit weniger Druck lernen können.

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